Band: SOUL STEALER Titel: Soul Stealer Label: Ledo Takas Records Homepage: www.soulstealer.lt Stil: Heavy Power Metal VÖ: 05.05.2008 Spieldauer: 56:56
Mit ihrem Debüt Album „SOUL STEALER“ will die Truppe frischen Wind ins traditionelle Metal Terrain bringen und auf die wachsende Szene in ihrem Heimatland Litauen aufmerksam machen. Der Sänger der Band ist kein geringerer als der Gewinner des National Eurovision Song Contest in Litauen, Jeronimas Milius. Der bei weitem größte Teil der 10 Songs, nämlich genau 7, ist dann auch in der traditionellen Landessprache gehalten. Litauisch gilt bei vielen als Sprache, die sich für Lyrik und Musik nach der Italienischen am besten eignet. Ich denke eher, es hängt auch stark vom persönlichen Geschmack des Hörers ab. So haben für mich die Sprachen aus dem östlichen Teil Europas einen eher unangenehmen und unmusikalischen Klang. Dementsprechend konnte ich mit der Sprache der Texte nur wenig anfangen, vom Verständnis für den Inhalt möchte ich erst gar nicht anfangen. Die drei Songs, die auf Englisch gesungen sind, behandeln eher kitschige Themen, so die unheimliche, aber doch anziehende Begegnung mit einer Vampirlady („Vampire Woman“). Soundmäßig würde ich SOUL STEALER jedoch alles andere als kitschig bezeichnen. Der Sound ist größtenteils ausgewogen und auch um Abwechslung bezüglich Tempo und Rhythmus bemüht. Gut gefallen hat mir der Klang der Gitarre, der jedoch mehr in Richtung hard und heavy geht, im Gegensatz zur herkömmlichen elektrischen Gitarre. Das Schlagzeug passt sich dem Sound gut an, schlägt keine Kapriolen, bleibt somit aber auch eher unauffällig. Die Gesangsstimme hat mich dagegen nicht vollständig überzeugt, sie könnte viel präsenter und druckvoller sein. Prinzipiell könnte dies auch ein kleiner Fehler beim Mastering gewesen sein, dies lässt sich jedoch nicht ohne weiteres mit Bestimmtheit sagen. Die reine Stimme klingt nicht schlecht, ich finde sie jedoch eher durchschnittlich. Die Soundqualität ist prinzipiell akzeptabel, an die aktuellen, hochprofessionellen Produktionen will sie aber nicht so recht heranreichen. Melodisch schien mir das Album doch ein wenig problematisch, ich kann mich auch nach mehreren Durchläufen an keine Melodie der Scheibe mehr entsinnen. Was bleibt also zu sagen? Mit diesem Album muss man vorsichtig sein. Da nichts Besonderes oder gar Revolutionäres geboten wird, besteht durchaus die Gefahr, dass sich Enttäuschung breit macht. Wer die osteuropäische Sprache dagegen mag und bereit ist, sich in das Album hineinzutasten, kann mit „SOUL STEALER“ doch eine Menge Spaß haben.